Praxis für Psychotherapie
Positive Konfliktberatung

Dr. Gunther Hübner

Die Psychotherapie und Konfliktberatung leitet sich von der Positiven Psychotherapie ab, die von Nossrat Peseschkian entwickelt wurde.

Positiv wiederum leitet sich vom lateinischen positum ab: das Gegebene, das Tatsächliche zu sehen, zu berücksichtigen.

Die Vorgehensweise in der Konfliktberatung wiederum leitet sich unmittelbar daraus ab: 
Der Klient ist nicht „unfähig“,  „krank“ oder gar „verrückt“. Er ist nach dem zugrunde liegenden Menschenbild sogar die einzige Person, die die Lösung in sich trägt.

Angebote für Therapie und Beratung

Der Therapeut kann den Patienten zur Quelle führen, trinken muss er aber selbst. 
(Positive Psychotherapie)

Einzeltherapie

In der Einzeltherapie geht es darum, dass die Klienten einen Zugang zu ihren Grundbedürfnissen herstellen und ein Verständnis, wie sie diese mit sich und  ihrer Umwelt in Einklang bringen können. Jedes Symptom ist auch ein Informationsträger.

Familientherapie

Erziehung findet in der Regel als erste Entwicklung der Persönlichkeit in der Familie statt. Somit haben Probleme, Störungen und Symptome eine soziale Bedeutung, die mit der Familie verknüpft sind.

Paartherapie

Ein Paar zu sein ist wie eine Blume, die verwelkt, wenn man nicht miteinander kommuniziert. Konflikte und Störungen in der Paarbeziehung beruhen auf Missverständnissen und der Vorstellung, seine Wünsche vom Partner:in zu erwarten, statt sich zu vertrauen.

Supervision

Supervision hilft die eigenen Probleme mit sich selbst und dem Arbeitsfeld durch eine fremde Brille anzuschauen und wieder auf neue Möglichkeiten aufmerksam zu werden. Außerdem ist sie eine Qualitätssicherung und Fürsorge.

Coaching / Mediation

Coaching ist wie Supervision eine Qualitätssicherung und dient der Fürsorge. Im wirtschaftlichen Kontext dient Coaching gemäß dem Arbeits-auftrag dem Erreichen von Zielen.

Personalentwicklung

Führung von Mitarbeitern ist eine Kunst. Um Menschen zu führen, muss man hinter ihnen stehen. Führung bedeutet Vorbild sein, weil Mitarbeiter nicht nur auf die Worte achten, sondern auf das Verhalten.

Selbsthilfe ist der Schlüssel

Unser Verständnis zu Selbsthilfe im Kontext des Ansatzes der Positiven Konfliktberatung lässt sich am Bespiel einer Geschichte von Peseschkian verdeutlichen: 

Das positive Vorgehen lässt sich mit folgender Situation vergleichen. 
 

Ein Mann stellte fest, dass er Schulden hatte. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr schlafen. Er litt unter Depressionen und wollte aus dem Leben scheiden. Dies klagte er einem guten Freund. Der hörte sich geduldig die Sorgen an. Anschließend sprach er jedoch nicht über die Schulden. Das verwunderte den Mann sehr. Sein Freund sprach statt dessen von dem, was der Mann noch als Eigentum besaß, vom Geld, das er hatte, und von den Freunden, die bereit waren, ihm zu helfen. Plötzlich sah dieser seine Situation mit anderen Augen. Indem er seine Energie nicht mehr zugunsten der vergeblichen Sorgen um die Schulden verbrauchte, sondern sie im Verhältnis zu seinem tatsächlichen Vermögen sah, hatte er genügend Kräfte frei und Wege offen, sein Problem zu lösen. 

Literatur: Nossrat Peseschkian. Positive Familientherapie. (Frankfurt: Fischer Taschenbuchverlag, 1982), S. 90.  

Das Positive Denken in der Positven Psychotherapie

In der Positiven Psychotherapie nimmt das Positive Denken eine zentrale Stellung ein und damit ist insbesondere das Positive Menschenbild gemeint.
 

Mit Positiven Denken ist in Positiven Psychotherapie gemeint, dass jeder Mensch, der die Fähigkeit zur Störung / Krankheit hat auch über eine Anzahl von Fähigkeiten zur Gesundheit verfügt. Deshalb besitzen Störungen und Krankheiten für den Betroffenen und seine Familie durchaus positive Züge, weil sie eine Funktion innerhalb des betreffenen sozialen Kontext erfüllen und eine Sinn haben. Über diesen Zugang gelingt es vom Symptom zum Konflikt zu kommen.

Gesundheit - was ist das?

Das Balancemodell nach Peseschkian - 
Die vier Bereiche der Konfliktverarbeitung

1. Körper (Sinne)
Eine mögliche Konfliktreaktion ist Flucht in die Krankheit. Dazu zählen nicht nur alle „normalen“ somatischen Symptome – vom Schnupfen bis hin zu Krebs. Auch hypochondrische Vorstellungen sowie Wahrnehmungs-, Trieb- und Affektstörungen gehören dazu.

2. Leistung (Verstand)
Dies ist der Bereich, um mit Hilfe systematischen Denkens Probleme zu lösen und die Umwelt aktiv mitzuprägen. Zwei Reaktionen sind möglich: Flucht in die Leistung (Arbeit) oder das Gegenteil: Leistungsverweigerung. Grübeln, Selbstwertprobleme, Stress oder Apathie sind hier weitere Symptombeispiele. Dieser Bereich wird in den westlichen Gesellschaften besonders geschätzt.

3. Kontakt (Tradition)
Hier geht um die Fähigkeit, Beziehungen aufzunehmen und zu pflegen. Es geht um soziale Intelligenz und Kompetenz. Je nach Tradition, in der KlientInnen aufgewachsen sind, gelingt es ihnen, das mit einem mehr oder weniger breiten Spektrum an Menschen unterschiedlicher „konzeptioneller Herkunft“ zu vollbringen. Auch hier sind zwei Reaktionen möglich: Flucht in die Geselligkeit oder in die Einsamkeit. Vorurteile, Urteilsschwäche, Wahrheitsangst u.a. können Symptome dieses Bereichs sein.

4. Phantasie/Sinn (Intuition)
Hierzu gehören mehr oder weniger realistische Vorstellungen oder Phantasiebilder, wie jemand auf einen Konflikt reagiert. Diese „Privatwelt“ kompensiert unangenehme Gefühle. Der Griff zu Suchtmitteln ist daher nicht selten eine Begleiterscheinung. Ausufernde Phantasie, Ängste, Zwangsvorstellungen, Realitätsfremdheit bis hin zu Verfolgungswahn können Symptome dieses Bereichs sein.

Positiv nicht mit rosaroter Brille verwechseln

Das positive Vorgehen nach Peseschkian führt ein neues Denken / Prinzip in den Beratungsprozess ein, so dass die positiven Anteile jeder Krankheit und Störung Berücksichtigung finden, was einen progressiven salutogenetischen Ansatz entspricht. Nur die negativen Seite zu berücksichtigen - wie es die pathogenetisch orientierte Wissenschaft tut - heißt die regressiven Anteile eines Konfliktes (Symptoms) zu betonen und nach Ursachen in der Vergangenheit zu forschen. Dabei sollen dem Klienten seine Symptome in einem Sinnzusammenhang vermittelt werden. Positives Denken - im Sinne des salutogenetischen Denkens - bedeutet, die Symptome für den Klienten in einen Sinnzusammenhang zu stellen, ihm seine Selbsthilfekräfte und sein Wachstumgspotential bewusst zu machen, damit er sein Handlungsrepertoire erweitern kann. Dafür werden ihm alternative Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und mit ihm erarbeitet, die bisher außerhalb seiner 'Wirklichkeit' angesiedelt waren, und die erst durch einen Standortwechsel möglich werden.

Das Verständnis von Psychotherapie nach der Methode der Positiven Psychotherapie     (nach Peseschkian) 

Der Therapeut kann den Patienten zur Quelle führen, trinken muss er aber selbst. 
(Positive Psychotherapie)
 

Die Positive Psychotherapie wird im Kontext der Richtlinien-Verfahren (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie) als Tiefenpsychologisch-Humanistisches Verfahren eingeordnet.
 

Wenn in der Psychoanalyse nach Freud der Grundsatz galt: 

Erst wenn man das Krankhafte studierte, lernt man das Normale verstehen“ (Freud, 1942, Gesammelte Werke, Bd V., S. 20, London) werden sich in der Positiven Psychotherapie zusätzlich weitere Fragen gestellt: „Was hält die Familie bei allen diesen Schwierigkeiten noch zusammen? Welche Gemeinsamkeiten verbinden die einzelnen Familienmitglieder noch? Welche Bedeutung hat das Symptom für die Aufrechterhaltung des familiären Gleichgewichts und die Stabilisierung der psychischen Ökonomie? Über welches Möglichkeiten, Strategien und Stile der Konfliktbewältigung und -verarbeitung verfügen die Mitglieder einer Gruppe und die Gruppe selbst?“ (Peseschkian, 1991, Psychosomatik und positive Psychotherapie, S. 5, Springer, Heidelberg).
 

Gemäß diesem Grundsatz wird in der Psychotherapie/Beratung nicht nur nach den Ursachen der Störung oder Krankheit geforscht, vielmehr auf die Ressourcen, Fähigkeiten und Potentiale eingegangen, die es gilt zu fördern, um die Selbsthilfekräfte zu stärken. 
 

Nach diesem Verständnis haben Symptome einen Informationswert (einen Sinn), denn sie informieren über Sehnsüchte und Bedürftigkeiten, die ich bisher in meinem Leben nicht ausdrücken, bzw. mich nicht getraut habe zu leben.
 

Krankheit entsteht in diesem Sinne hauptsächlich durch Einseitigkeiten, die zu Lebensgewohnheiten und -einstellungen geworden sind. Wenn es gelingt wieder in eine Balance zu kommen, trägt man aktiv zur Gesundheit und Lebensqualität bei.
 

Dr. Gunther Hübner

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